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Gastbeitrag: Was Dein Heißhunger bei Stress über Dich aussagt

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Was ist Achtsamkeit überhaupt?

Vielleicht gehst Du regelmäßig ins Fitness-Studio oder Inline Skaten,  Joggen oder Klettern. So oder so – Du trainierst Deine Muskeln.

Geistig dagegen fahren wir oft Autopilot und unsere mentale Fitness bleibt auf der Strecke. Dabei will – muss! – unser Geist auch trainiert werden, vor allem dann, wenn wir unser Leben selbst aktiv steuern und nicht fremdbestimmt sein wollen. Sogar, wenn wir „nur“ emotional reagieren, sind wir irgendwo fremdbestimmt. Von unseren Emotionen nämlich.

Wissenschaftliche Studien belegen, dass wir etwa 60.000 einzelne Gedanken täglich haben. Nur 3% davon sind positiver Natur. Die meisten unserer Gedanken sind uns nicht bewusst, beeinflussen uns jedoch enorm – mit ihnen steht und fällt häufig unsere emotionale Stabilität, unsere Motivation, unsere Zuversicht und noch so einiges mehr.

Trainiere Deinen Aufmerksamkeitsmuskel

Wir unterliegen einem Automatismus, der unser Leben steuert. Bestimmt ist Dir selbst schon aufgefallen, dass Deine Gedanken von Zeit zu Zeit immer wieder abschweifen oder destruktiv sind. Das geht uns allen so. Doch je mehr wir üben, achtsam zu sein, desto öfter trainieren wir unseren Aufmerksamkeitsmuskel und desto „fitter“ werden wir geistig.

Durch Achtsamkeitstraining können wir unseren Fokus also besser kontrollieren und steuern anstatt passiv zuzulassen, dass nicht nur unsere Aufmerksamkeit, sondern auch unser Wohlbefinden von dem dominiert wird, was uns quält und uns vom Wesentlichen ablenkt… dem „Jetzt“… dem „Sein“.

Spiritueller Quatsch?

Ja, das klingt spirituell und passt so gar nicht in unsere Leistungsgesellschaft. Doch am Ende des Tages ist es nicht wichtig, wie viele Überstunden wir mal wieder geleistet haben oder wie viel Geld verdient… ob wir ein dickes Auto fahren oder ob wir Luxus-Marken tragen.

Am Ende des Tages zählt doch im Grunde nur, dass wir gesund sind… einen Tag in Liebe und Freundschaft geführt haben… dass wir authentisch waren und uns selbst treu, so gut es geht. Und dass wir zufrieden unser Spiegelbild betrachten können.

Auch beruflich wichtig, nicht nur privat

Und das eine schließt das andere nicht aus. Auch im Job will Achtsamkeit geübt sein, ganz gleich, ob Du Mitarbeiter oder Führungskraft bist. Doch besonders Führungskräften lege ich ans Herz, sich mit Achtsamkeit und Resilienz auseinanderzusetzen. Mit ihnen steht und fällt die Motivation in ihrem Team – und je besser der Teamleader führt, desto bessere Ergebnisse erzielt sein Team.

Gleiches gilt für ErzieherInnen oder Eltern – wir neigen dazu, unseren Kindern die eigene Weltanschauung näher zu bringen. Dazu zählen auch unsere negativen Glaubenssätze. Je mehr wir über Achtsamkeit und Resilienz wissen, desto eher können wir unseren Kindern den Freiraum gewähren, sich ihr eigenes Weltbild zu schaffen, ohne unsere eigenen Ängste und Sorgen zu übernehmen – die uns ohne Achtsamkeitstraining oft gar nicht bewusst sind.

Leben auf Autopilot

Wir sind in der Lage, mit unserem Auto weite Strecken zu fahren, ohne wirklich zu wissen, was wir tun. Ich weiß nicht, wie es Dir geht, doch früher ertappte ich mich hin und wieder dabei, dass ich eine Ausfahrt verpasst habe, weil ich in Gedanken versunken gewesen war. Natürlich habe ich auf den Verkehr geachtet… Doch in Gedanken war ich nicht beim Autofahren… ich war auf Autopilot… Und auf die gleiche Weise können wir meilenweit enfernt sein von dem, was wir wollen. In solchen Momenten sind wir nicht präsent.

Ein Leben auf Autopilot kann gefährlich sein. Denn ehe wir es uns versehen, ist ein Jahr zu Ende… ein Jahrzehnt… oder ein ganzes Leben… Fahren wir auf Autopilot, registrieren wir die vielen Möglichkeiten nicht, die sich uns tagtäglich bieten. Chancen wollen gesehen und genutzt sein. Doch auf Autopilot übersehen wir sie nur allzu oft, denn dann funktionieren wir nur, eilen von Termin zu Termin, erledigen Dinge, haken ab. Unseren Körper nehmen wir gar nicht mehr als Wunder wahr, sondern als eine Sache, die zu funktionieren hat. Dabei zeigt unser Körper uns, wenn wir nicht freundlich mit uns umgehen… Er schmerzt… wird unbeweglicher… legt uns vielleicht sogar lahm… Und sagt uns damit: „Genug! Schone Dich. Sage auch einmal Nein. Sei freundlicher mit Dir selbst.“

Unsere Seele und unser Körper bitten und erinnern uns, achtsamer zu sein.

Aber was ist das nun genau… Achtsamkeit?

Achtsamkeit bedeutet,

  • sich dessen bewusst zu sein, was genau jetzt, in diesem Moment, im Innen und im Außen passiert und
  • dieses Geschehen gelassen und entspannt zu betrachten

Weiter passiert zunächst nichts. 😊 Weder greifen wir ein noch müssen wir etwas erreichen.

Obwohl wir Achtsamkeit als eine besondere Form der Aufmerksamkeit bezeichnen können, ist es doch nicht das Gleiche. Auch kann Achtsamkeit klar von Konzentration im herkömmlichen Sinne unterschieden werden.

Konzentrieren wir uns gezielt auf eine bestimmte Tätigkeit, zum Beispiel das Lösen einer bestimmten Aufgabe, fokussieren wir unsere ganze Aufmerksamkeit darauf. Diese Art der Aufmerksamkeit ist in ihrer Wahrnehmung begrenzt.

Achtsamkeit hingegen folgt keinem konkreten Ziel. Dabei geht es nur um das Hier und Jetzt. Hier engen wir den Fokus der Aufmerksamkeit nicht ein, sondern sind offen für die gesamte Fülle der Wahrnehmung. Kennzeichnend hierbei ist, dass wir lediglich Beobachter sind und das, was wir wahrnehmen, zwar benennen, allerdings nicht bewerten.

Aus Aufmerksamkeit wird Achtsamkeit,

wenn die Aufmerksamkeit

  • absichtsvoll
  • beobachtend
  • nicht wertend
  • auf den gegenwärtigen Moment gerichtet ist und
  • keine sofortige Reaktion erfolgt.

Jeder Moment ist einmalig

„Achtsamkeit besagt im Wesentlichen, dass jeder einzelne Moment unglaublich einmalig ist. Keiner ist besser als der andere. Es geht vielmehr um die Frage, wie wir mit den erfreulichen und unerfreulichen Momenten umgehen – und den anderen, die gerne übersehen werden.“

– Jon Kabat-Zinn

Wissenschaftlich anerkannt

Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass regelmäßiges Achtsamkeitstraining die Lebensqualität verbessern kann. Auch depressive Verstimmungen werden positiv beeinflusst, wenn wir uns kontinuierlich in Achtsamkeit üben. So können zum Beispiel selbst chronische Rückenschmerzen dadurch gelindert werden oder sogar ganz verschwinden.

Du bist depressiv oder ähnliches und brauchst Hilfe?

Falls Du schon mitten in einer Depression steckst, dann ist es gut möglich, dass Achtsamkeitsübungen Dir nicht so gut helfen, wie Du es möglicherweise bräuchtest.

Falls Du einen geeigneten Therapeuten suchst, wirst Du hier oder hier vielleicht fündig.

Auch die Telefonseelsorge hat ein offenes Ohr und kann Dir weiterhelfen.

Die Besinnung auf das Hier und jetzt ermöglicht es uns, aus eingefahrenen Verhaltensweisen und Denkmustern auszubrechen und in stressigen Situationen ruhiger und gelassener zu reagieren. Mit etwas Übung lassen sich so auch negative Gedankenmuster überwinden.

Der Begriff der Achtsamkeit stammt ursprünglich aus dem Buddhismus. In den 70er Jahren entwickelte der Molekularbiologe Jon Kabat-Zinn* daraus die achtsamkeitsbasierte Stressbewältigung (MBSR) – eine Mischung aus wissenschaftlichen Erkenntnissen, Körperwahrnehmung, Yoga-Übungen und Mediation. Inzwischen wird MBSR auf der ganzen Welt gelehrt. Religion spielt dabei keine Rolle.

 

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Was konkret bedeutet Wahrnehmung im Sinne der Achtsamkeit?

Je besser wir die Schlüssel der Achtsamkeit trainieren, desto mehr durchbrechen wir unsere Gewohnheiten. Im Sinne der Achtsamkeit bedeutet das, wir reagieren weniger automatisch und unbewusst auf das gegenwärtige Erleben.

Dadurch handeln wir in Situationen viel adäquater, selbstbewusster und vor allem auch authentischer.

Die 4 Schlüssel der Achtsamkeit sind:

1 | Beobachten

Wir beobachten, um zu beobachten.

Wir nehmen genau wahr, was wir wahrnehmen, ohne einzelne Objekte, Emotionen oder Sonstiges in den Fokus zu stellen, diese zu bewerten oder sogar ins Handeln überzugehen.

2 | Benennen

Wir bezeichnen lediglich, was wir wahrnehmen, ohne dabei zu analysieren oder zu bewerten.

Wir unterbrechen Automatismen, so dass wir langsamer und vor allem weniger emotional reagieren.

Ein Beispiel:
❤️ Hören wir eine Grille, bezeichnen wir das Geräusch, das sie von sich gibt, als „zirpen“.
❤️ Die Grille als solches wäre keine Bezeichnung, sondern eine Schlussfolgerung, die wir auf Grund des Geräusches ziehen.

3 | Nicht bewerten

Wir vermeiden Vorurteile und Schnellschüsse.

Wir alle neigen dazu, in Schubladen zu denken. Der eine mehr, der andere weniger, doch der erste Eindruck ist schnell gemacht.

Sehr schnell bewerten wir etwas als gut oder schlecht oder auch neutral – je nachdem, welche individuellen (Lebens-) Erfahrungen wir gemacht oder welche Vorurteile wir haben. Selten hinterfragen wir unser erstes, schnell getroffenes Urteil.

Durch die achtsame Haltung des Nicht-Bewertens hingegen unterbrechen wir diese Gewohnheit des unbewussten Beurteilens, so dass wir unser Verhalten reflektieren und weniger reagieren. Durch diese objektivere und bewusstere Wahrnehmung schulen und steigern wir unsere Fähigkeit der Selbstkontrolle.

4 | Nicht reagieren

Wir reagieren, allerdings nicht sofort.

Früh von unseren Eltern und Lehrern anerzogen neigen die meisten von uns dazu, sofort zu reagieren.

Durch dieses impulsive Verhalten vertun wir häufig Chancen, angemessen und lösungsorientiert zu handeln.

Indem wir nicht sofort reagieren, behalten wir die Kontrolle über unsere Impulsivität und handeln sehr viel adäquater – was uns gleichzeitig auch wieder mehr Kontrolle über die Situation verschafft.

Schnellschüsse wie ein schnippischer Kommentar oder ein Gedanke („Idiot“) werden so vermieden und wir bleiben ruhiger und gelassener.

Freunde Dich mit Deiner eigenen Erfahrung an

„Achtsamkeit ist ein Weg, sich mit der eigenen Erfahrung anzufreunden. Mit dem Guten, dem Schlechten und dem Hässlichen, und klug damit umzugehen, so dass man in einem gewissen Sinn das Auf und Ab eines Leben steuern kann mit vollem Bewusstsein und einem gewissen Maß an Gelassenheit und Mitgefühl für sich selbst.“

– Jon Kabat-Zinn

Die Vorteile der Achtsamkeit

Wie oben schon angedeutet, haben Untersuchungen ergeben, dass selbst relativ kurze Achtsamkeitsprogramme, die regelmäßig ausgeführt werden, mit teils großen Veränderungen einhergehen. Zum Beispiel

  • können sich das Kurzzeitgedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit verbessern
  • können wir Informationen schneller und genauer verarbeiten
  • können Stress, Angstzustände, Depressionen und Burnout reduziert werden
  • sind wir emotional stabiler und haben unsere Emotionen im Umgang mit anderen besser im Griff
  • verbessern sich unsere Beziehungen
  • steigen unsere Kreativität wie auch unsere Fähigkeiten zu Empathie und Mitgefühl
  • sind wir weniger anfällig für das Influenza-Virus

Viele weitere positive Aspekte sprechen für Achtsamkeitstraining.

Achtsamkeit im Alltag

Wie kannst Du nun Achtsamkeit in Deinen Alltag integrieren?

Das ist gar nicht so schwer. Im Artikel „3 Atemübungen für mehr Gelassenheit – nicht nur in der Krise“ zeige ich Dir ein paar einfache Übungen, die auch Anfängern den Einstieg in das Thema Achtsamkeit erleichtern.

 

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